Donnerstag, 17. September 2009

Bumfights

Boah, dass hinter den Bettlern in der U-Bahn manchmal eine Mafia steckt, das weiß man ja. Aber dass die Herrschaften jetzt dort auch schon ihre Kriege führen... unglaublich.

Gerade passiert: ich sitze nichtsahnend und fröhlich vor mich hintelefonierend in der U-Bahn, da wurde unser Gespräch jäh unterbrochen. Die Tür öffnete sich und das Unglück schickte seine Vorboten: eine Musikkapelle in Form von zwei Männern mit Saxophon und Akkordeon. Wer nicht gerade in der Großstadt wohnt, wird denken: oh, wie nett - musikalische Untermalung in den Öffentlichen. Nein, es ist nicht nett. Es ist einfach nur nervig, wenn man kaum eine Fahrt machen kann, ohne ungefragt Input von irgendwelchen mehr oder weniger (meistens leider weniger)guten Musikanten zu bekommen. Hinterher wird dann der Becher hingehalten und ich glaub, die Leute zahlen nur, weil sie froh über den Abgang der Leute sind.

Wie auch immer, ich unternahm noch den vergeblichen Versuch, das Telefonat zu Ende zu führen, leider ging die Stimme meines Gegenübers im blechernen Klang des Saxophons unter und ich legte entnervt auf. Die Tür öffnete sich erneut und als sie sich wieder schloss, erhob sich eine weitere Stimme. Ein Mann bettelte um Almosen und versuchte, das Musikantenstadl zu übertönen, um uns seine traurige Geschichte zu unterbreiten. Im Abteil herrschte ein Geräuschpegel fast wie auf dem Oktoberfest. Als die Musik endlich zu Ende war, gingen alle mit ihrem Becher auf Tour. Da ich eigentlich immer gerne gebe, wenn ich sehe, dass wirklich Bedarf da ist, wollte ich dem Mann mit der traurigen Geschichte ein bisschen Kleingeld in den Becher werfen. Nu ja, immerhin war er mir auch sympathischer, da er mein Telefonat nicht unterbrochen hatte.

Aber was passierte? Mit einem Satz war der eben noch fröhliche Musikant mit einem sehr unfröhlichen Gesichtsausdruck zur Stelle, um mir seinerseits seinen Becher unter die Nase zu halten, was dem anderen Herren überhauptnicht passte. Sofort war eine hitzige Diskussion im Gange und die beiden Kontrahenten schrien lautstark aufeinander ein, ohne jedoch den Becher einen millimeterbreit aus meinem Spenderadius zu nehmen. Dilemma, Dilemma. Ich muss geguckt haben wie ein Auto. Die umstehenden feixten und ich war langsam genervt, nicht nur, weil ich gleich aussteigen musste. Eigentlich, so fiel es mir nachher ein, hätte ich den Streithähnen aus Prinzip nix geben dürfen. Naja, ich habs getan, aber nicht, ohne vorher mein Missfallen zu äußern. Weil so gehts ja nun echt nicht.

Natürlich hat jeder das Recht, seine Mitmenschen auf Kohle anzuhauen. Nur irgendwann verliert man echt die Lust, überhaupt was zu geben. Diese Penetranz ist unglaublich und solche Leute sind dann daran Schuld, wenn wirklich Bedürftige Leute leer ausgehen. Schämt euch was, ihr Aasgeier.

Genervte Grüße,

Urs

Mittwoch, 16. September 2009

Versetzungsgefährdet...

... ja, das drückt es gut aus.

Ärger auf der Arbeit, Klappe, die zigtausendste. Und man beachte bitte, wie kurz ich erst dort bin. Boah Leute, fragt mich nicht, warum ich noch keinen Schreikrampf bekommen habe. Momentan ist mir echt schwer danach. Es ist auch nicht die Arbeit selbst, die liebe ich nach wie vor heiß und innig. Es sind, wie immer, die Kollegen.

Nachdem ich mich zuletzt so geärgert hatte - siehe vorherigen Post - bin ich zu meinem Vorarbeiter gegangen, der mich ohne großes Trara mit in seine Gruppe steckte. Am Freitag musste ich noch einen Tag ganz allein arbeiten, da der eine Kollege beim Arzt war. War auch ganz nett. Man konnte Musik hören, gemütlich vor sich hinfegen und bekam sogar früher Feierabend, weil ich so fleißig war. Lieber Chef, wenn du das liest: natürlich habe ich bis zum offiziellen Zapfenstreich durchgearbeitet ;-D

Am Montag hatte ich dann meinen ersten Tag beim Chef. Boah, wir bekamen Kaffee und sogar Mittagessen. Die Kollegen waren alle nett, unterhaltsam und rochen normal, alle waren fleißig und die Arbeit war toll. Ja. Bis dann gestern ein Anruf kam: ein Kollege hatte sich so dermaßen daneben benommen, dass er aus der Filiale geschmissen wurde. Und ratet mal, wer jetzt für ihn einspringen darf? Ja, genau... zur Belohnung für sein besch...eidenes Verhalten kriegt er jetzt meinen gemütlichen Arbeitsplatz.

Nu ja, wenigstens hab ich jetzt die netteste Kollegin: mich, hehe. Bis Ende des Monats darf/muss/kann ich noch alleine arbeiten. Scheinbar hab ich nen guten Eindruck hinterlassen. Chef und Kollege sagten mir, dass sie mich jetzt schon vermissen und mich so bald wie möglich wieder haben wollen *lach*. Jaja, ich euch auch ^^

Heute, an meinem ersten Tag ging es erst gut los und dann drunter und drüber. Seit heute weiß ich, wie man die Pumpe zum Rasensprengen installiert, wie schwer knappe 50 Meter Schlauch sein können, was Dichtungsringe sind - und dass unsere Dichtungsringe nicht passen. Schöne Bescherung. Nicht nur die Pflanzen wurden nass, sondern auch noch der halbe Hof plus meiner Wenigkeit. Plus, dass ich noch tierisch dreckig wurde und in der Bahn angegafft wurde, als würde ich gleich den Bettelbecher rausholen. Ich hatte jedenfalls viel Platz um mich rum.

Meine erste Amtshandlung zu Hause war erstmal ein heißes Bad. Allein in der Nase hatte ich die gefühlte Hälfte des Sandkastens und sogar auf dem Rücken war eine richtig gruselige Schicht Sand. Das Zeug ist so hartnäckig, dass ich manchmal sogar mit ner Bürste ran muss, um wieder porentief rein zu werden.

Am liebsten würde ich gleich ins Bett fallen. Allerdings gibt es da ja noch eine Familie, die bekocht werden will und Arbeitsklamotten, die wieder als solche erkenntlich gemacht werden wollen.

Ich brauch jetzt erstmal ne große Portion Baklava. Das ist das Gute an meiner Arbeit: ich darf jetzt wieder öfter! Und ich finde, heut hab ichs mir so richtig verdient.

Euch auch allen nen schönen Feierabend!

LG,

Urs

Donnerstag, 10. September 2009

Ich bin nich mehr dein Freund....

... und kauf dir auch kein' Lutschaaaaaaa....

So oder ähnlich hör ich es in letzter Zeit oft. Wie einige von euch wissen, habe ich seit dem 1. 9. einen neuen Job. Ich arbeite als Garten-Landschaftsbau-Helferin in einem Kindergarten. Ich liebe meine Arbeit. Ja, wirklich. Ursprünglich wollte ich ja ein Halbtagsplatz auf einem Tierfriedhof machen, aber durch die Initiative einer netten Bearbeiterin bekam ich eine(leider befristete) Vollzeitstelle zugeteilt - sogar bezahlt, zwar nicht gut, aber immerhin. Beim Vorstellungsgespräch war ich noch überzeugt, dass ich die Stelle sicher hätte und redete mit Chef und Vorarbeiter ganz locker und flapsig in klassisch-ursischer Manier ("Wie, Sie wollen meine Zeugnisse nicht sehen? Na hörnse mal, wofür hab ich mich da eigentlich so abgeschleppt?!"). Es stellte sich heraus, dass ich noch Mitbewerber hatte. War mir das peinlich. Aber scheinbar hat es den beiden nix ausgemacht und ich hatte den Job.

Angefangen hat alles ganz klassisch: kurz vor meinem Einführungstag wurde ich nochmal so richtig krank und schleppte mich dann mit Husten, Fieber und ziemlich tauben Ohren dorthin und musste am nächsten Tag auch noch etwas kränklich arbeiten. Aber das macht man ja gern.

Nachdem ich jetzt eine Woche mit meinen zwei Kollegen zusammengearbeitet habe, kann ich nur sagen: Hilfe.
Einer fauler als der andere, wobei der eine ständig riecht wie eine Destille und ich mich jedes Mal aufs Neue wundern muss, wie er noch geradeaus laufen kann (wir erinnern uns: Kindergarten). Der andere glänzt primär durch ein großes Maul und versucht ständig den Chef raushängen zu lassen. Er ist Serbe und versteht gerade DANN kein Deutsch, wenns mal unangenehm für ihn wird. Die Wörter Mittagspause und Feierabend versteht er aber blendend, kann ich euch sagen.
Ständig steht er hinter mir und versucht mir sogar für die einfachsten Dinge Anweisungen zu geben. Ich kann euch versichern, dass ich einen Raum mit Folie auslegen und abkleben kann, ohne dass hinter mir ständig jemand sagt: "Ja, sehr schön..." - genauso wie ich einen Baumarkt finde, wenn mir jemand den Weg beschreibt. Aber zwecklos, er wollte mit - was man nicht alles tut, um nicht arbeiten zu müssen. Argh. Die beiden kriegen übrigens schon ab 12 Heimweh und fangen dann an, ihre Sachen zu packen, obwohl es bereits ordentlich Ärger gab und die beiden schon auf der Abschussliste stehen. "Ist ja nix mehr zu tun..." - wenn ich mich dann aber anbiete, fragen zu gehen, werden die beiden Herren fast schon hysterisch. Als ich vorgestern Anschiss für die Faulheit der beiden Herren kassiert hab, ist mir dann der Kragen geplatzt. Hallo? Immerhin gefährden die Herren wissentlich meinen Arbeitsplatz...

Das Ende vom Lied: ich werde versetzt und muss dafür eine Std früher raus, sprich viertel nach vier. Aber das isses mir wert. Ich darf mit meinem Vorarbeiter arbeiten, der vernünftigste und netteste von allen, die ich bei dem Haufen bis jetzt kennen lernen durfte. Morgen darf ich sogar einen Kindergarten ganz alleine handlen. Schön, dass sie mir das zutrauen, das freut mich ehrlich.

Mein letzter Arbeitstag in dieser Filiale war allerdings schön. Die Kinder waren süß wie immer (unser Serbe jagt die immer weg, deswegen kommen die zu mir,hehe) und bald war ich umringt von einem Pulk Steppkes, die mir unbedingt helfen wollten, den Zaun abzuschleifen. Also hab ich Sandpapier verteilt und alle waren froh - sogar der Erzieher, der mal n paar Minuten Ruhe hatte. Das Wetter war richtig toll und ich hab mir um diese Jahreszeit noch nen Sonnenbrand geholt. Mein serbischer Kollege brauchte 2 Stunden, um die Blumen zu gießen und wollte nicht mitschleifen, weil das Sandpapier seinen Ansprüchen nicht genügte und dachte anscheinend wirklich, er könne nach Hause gehen. Der andere war rechtschaffen verzweifelt, wie er es mit der faulen Socke aushalten sollte. Ein "trink ihn dir schön" konnte ich mir gerade so verkneifen - ein schadenfrohes Grinsen allerdings nicht. Er tat mir allerdings wirklich etwas Leid, weil rein persönlich war er eigentlich okay und konnte sogar recht arbeitsam sein, wenn er wollte.

Ich bin dermaßen gespannt, was noch so auf mich zukommt. In meiner neuen Filiale werd ich noch mehr mit Kindern zu tun haben als jetzt schon. Das freut mich total. Und Arbeit soll auch immer en masse vorhanden sein, sogar Steine setzen sollen wir lernen. Momentan hab ich i-wie das Spongegbob-Syndrom: ich freue mich so richtig auf die Arbeit und hab selbst morgens um sechs schon gute Laune *lach*.

An dieser STelle möchte ich auch Grüße an die dalassen, die ich in letzter Zeit schmählich vernachlässigt habe. Tut mir ehrlich leid, ich hab momentan einfach zuviel um die Ohren und schlaf abends manchmal schon um halb zehn einfach ein. Nein, ich hab euch nicht vergessen. Danke für all die lieben Mails und PNs - ich werde sie beantworten, wenn ich wieder die Zeit und den Kopf dazu habe. Danke für eure Geduld.

Arbeitsame *ich bin bereiiiit*-Grüße,

Eure Urs

Freitag, 28. August 2009

Aromatherapie

Liebe Leser!

Ja, ich gebe zu, ich bin manchmal etwas spießig. Einige gesellschaftliche Umgangsformen erachte ich als zwingend notwendig - reden wir doch zum Bleistift mal über die tägliche Hygiene.

Kleine Spießer wie ich wissen natürlich, was alles dazugehört: Zähneputzen, waschen, frische Kleidung, Deo - wer es mit seinen Mitmenschen besonders gut meint, macht sich noch die Haare ordentlich oder schminkt sich gegebenenfalls. Besonders, wenn man sich in der Öffentlichkeit bewegt.

Ja, nur leider gibt es Leute, die wissen sowas nicht. Diese Leute scheinen auch nicht zu wissen, dass dies unter Umständen, vor Allem wenn man oben genanntes längere Zeit unterlässt, zur Geruchsbelästigung der Mitmenschen führen kann. Gerade in der Großstadt bleibt es dann nicht aus, dass man sich auf engstem Raum mit solchen Leuten aufhalten muss. Ich sag nur: öffentliche Verkehrsmittel.

Irgendwie hab ich immer das Pech, mich in die Nähe dieser Leute zu setzen. Manche haben allerdings auch eine solche Marke, dass es fast schon egal ist, wo man sich hinsetzt. Man erkennt diese Leute auch meist nicht - wer jetzt nur an Obdachlose oder ähnliches Klientel denkt, liegt völlig falsch- sondern man riecht es erst, wenns zu spät ist. Vor einigen Wochen saß ich mal neben einem völlig normal aussehenden jungen Mann, der fröhlich vor sich hintelefonierte, als plötzlich wellenartig ekelerregender Gestank zu mir herüberzog. Nach einiger Zeit konnte ich diese Wellen einordnen. Sie kamen nämlich immer dann, wenn der junge Mann den Mund aufmachte, um ins Telefon zu sprechen. Sprache riechen - eine ganz neue Erfahrung - und eine, auf die ich dankend verzichten kann. Bewegung hab ich übrigens auch schon schnuppern dürfen - die Quelle dieses olfaktorischen Ungemachs war eine Dame, die bereits - oder noch? morgens um halb acht einen Vodkadunst verbreitete, dass sicher das gesamte Abteil beim Aussteigen benebelt war. Boah, Leute....

Ein anderes Beispiel: Ämter. Ich habe gehört, es ist gängige Praxis unter nicht ganz so arbeitswilligen Individuen, mit einer kräftigen Schnapsfahne auf dem Amt zu erscheinen und so der ungeliebten Arbeitsvermittlung zu entgehen. Aber gleich so viele? Besonders schön ist es an heißen, betriebsamen Tagen, wenn sich die unheilbringende Wirkung all der mannigfaltigen Düfte kumuliert und man noch geschätzte 2 Stunden in der Warteschlange verbringen muss.

Ich versteh echt nicht, warum so viele Leute das nicht gebacken kriegen? Klar, man riecht sich ja selber nicht. Manchmal isses fast schon schade, denn dann würden manche Leute mal merken, was sie ihren Mitmenschen zumuten. Klar, jeder stinkt *mal* - man verschläft durchaus mal oder kommt direkt vom Sport - ich muss gestehen, ich hab in großer Eile auch schon mal vergessen, mir die Zähne zu putzen. Aber da hab ich nen Insidertrick: ich nutze da eine neue, bahnbrechende Erfindung - sie nennt sich Pfefferminzbonbon. Für letzteres Problem gibt es auch eine tolle, neumodische Lösung, die da heißt: Deodorant. Erhältlich in vielen angenehmen Geruchsnoten. Nur leider ist auch irgendwann die Kompetenz eines Antitranspirants überschritten. Nämlich dann, wenn versäumt wurde, die Kleidung in vernünftigen Abständen zu wechseln. Und ja, wenn man das Teil abends in die Ecke stellen kann oder es anfängt, um Gnade zu betteln, ist es definitiv zu spät. Da helfen auch Fernfahrerduschen nix, sondern bestenfalls die Drahtbürste - oder am besten gleich ein neues Hemd.

Ja, natürlich weiß ich, dass es auch Leute gibt, die krankheitsbedingt riechen. Die müssen sich auch keinesfalls von mir angegriffen fühlen. Lustigerweise sind oft diese Leute viel reinlicher und penibler als die meisten anderen Leute. Es geht hier wirklich rein um diejenigen, die aus Faulheit vor sich hindünsten.

Und an alle Stinker nochmal in aller Deutlichkeit: bloß, weil ihr euch nicht riecht, heißt das nicht, dass andere das nicht tun. Leider tun wir es, dessen könnt ihr sicher sein. Die vage Hoffnung, dass es keiner merkt, ersetzt nicht den Einsatz hygienischer Maßnahmen. Im Zeitalter der Technik und Wissenschaft eine Hygiene wie im Mittelalter zu haben, finde ich sehr befremdlich. Es sollte sich doch mittlerweile herumgesprochen haben, dass Wasser nicht schädlich ist?

Zum Beweis dieser These werde ich jetzt zum Friseur gehen.

Euch allen einen schönen Tag ohne Geruchsbelästigung!

LG, Urs

Dienstag, 25. August 2009

Rückmeldung

Liebe Leser!

Ich wurde freundlicherweise von meiner Lieblingsstalkerin *knuddel* darauf aufmerksam gemacht, dass ich schon ewig nix mehr geschrieben hab. Das stimmt allerdings und ist mir auch furchtbar peinlich. Irgendwie passiert immer so viel, man möchte schreiben, vergisst es, das nächste passiert.... ihr kennt das sicher. Und prompt steht man unerwartet vor einem riesigen Haufen toller Ereignisse, die man erzählen will... und erzählt gar nix, weil einem der Haufen so unüberwindlich groß scheint.

Ich versuch, das Wichtigste zusammenzufassen.

Ende Juli bin ich in den Norden gefahren, um eine langjährige Forenbekanntschaft heimzusuchen und nebenbei noch aufs Wacköööööööööön Open Air zu gehen. Schon die Hinfahrt entpuppte sich als kleines Abenteuer: mit einer verkoksten Trulla, die in einem fort sabbelte und Mitfahrern, die im Supermarkt einen Gratis-Tag machten, war es alles andere als langweilig.
Mein Gastgeber holte mich in irgendeinem kleinen Dorf bei der Feuerwehr ab und zeigte mir erstmal die Gegend: perfekt für einen Urlaub, kann ich da nur sagen. Wunderschöne Landschaft und seine Eltern haben die niedlichste Kuh, die man sich vorstellen kann :D

Am nächsten Tag wars schon vorbei mit der Ruhe - wir fuhren zum Gelände und holten uns unsere Bändchen ab. Wir sahen uns in Ruhe alles an und trafen auch einige Bekannte: eine sehr nette Eldaringlerin, die einen Stand im Wikingerlager hatte und Stefan von wkw, der die restlichen Tage mit uns auf dem Gelände verbrachte.

Es war durchgängig lustig und das Gelände voller netter und verrückter Leute. Ich erinnere mich an Borats (Badeanzüge >.<), Häschen und Jungs mit Windeln - nu ja, manche hatten mit steigendem Pegel auch gar nix mehr am Leibe, außer ner dicken Schicht Schlamm. Was ich befremdlich fand, da mich der Geruch dort oft an das Wildschweingehege bei uns im Park erinnerte.

Bis auf einige wenige Ausnahmen *hust* Rabenschrey *husthust* war es musikalisch durchgängig toll. Meine Higlights waren natürlich Amon Amarth (Johan hatte ein paar kg weniger drauf und sah einfach toll aus *.*) und Korpiklaani (allerdings etwas kurz), die ich aus der ersten Reihe erleben durfte. Bei Korpiklaani gingen mir allerdings die ewigen crowdsurfer auf den Keks, wenn man nicht aufpasste, hatte man *tonk* einen Stiefel am Kopf - oder, wenn man denn aufpasste, das Gemächt des nächsten Securitymannes auf Augenhöhe. Welch Erlebnis.

Auf jeden Fall war ich todtraurig, wieder fahren zu müssen. Ich vermiss meine Begleiter und die ständige Partystimmung :(
Danke an dieser Stelle nochmal an Viki *knuddel* und seine Eltern :)

Wieder zuhause, wurde ich sehnsüchtig von Mann und Kind erwartet, die nichts besseres zu tun hatten, mich ordentlich mit Süßigkeiten vollzustopfen. Ragnar sollte mir eine Rose geben, aber wedelte so wild damit, dass sie prompt abknickte und Blätter einbüßte.

Am nächsten Tag hatte mein Freund Geburtstag. Wir waren schön essen und hinterher gingen wir im Park spazieren. Scheinbar habe ich meinem Schatz gefehlt, denn er nutzte die Gelegenheit, um mir einen Antrag zu machen, mit Kniefall und allem :->
Wie süß war das denn? Ich musste mich SO zusammenreißen, um nicht haltlos loszuheulen. Mein Ring war leider zu groß - erst letzte Woche habe ich den richtigen bekommen, mit Gravur und allem. Kaum zu glauben, dass es jemand bis in alle Ewigkeit mit mit aushalten will... aber ich bin sehr glücklich darüber. Hätte nie gedacht, dass er das mal tun wird. ILDSD, Hasi :-*

Mittlerweile geht auch unser kleines Bärchen in den Kindergarten, besser gesagt zur Tagesmutter. Ich hatte ja schon die schlimmsten Befürchtungen - Mütter halt ;-)
Aber er hat die Eingewöhnungsphase super hinter sich gebracht und hat viel Spaß dort - obwohl seine kleine Kameradin ihn schon einmal bös gebissen hat. Er trägts mit Fassung und es ist schön zu sehen, dass er gern hingeht. Anfang der Woche ist er leider krank geworden - morgen darf er dann wieder hin :)

Auch bei mir selbst hat sich dadurch einiges verändert. Da ich jetzt einen halben Tag für mich hab, hab ich beschlossen, das sinnvoll zu nutzen und arbeiten zu gehen. Als Ausgleich für die Hausarbeit hab ich mich zu Gartenarbeit entschieden. Ich arbeite gern körperlich und mit Pflanzen ist es gleich nochmal so toll. Buddeln, rupfen, harken.. SUPER :D
Ich hab mir auch gleich nen Praktikumsplatz gesucht - auf einem Tierfriedhof. Klang alles soweit gut, bis auf die Tatsache, dass ich Tiere hätte umbetten müssen. Ob ich das gekonnt hätte - ich weiß es nicht. Ich sollte nur fix zum Amt, um dort alle Formalitäten zu klären. Nachdem ich 3x rumgeschickt wurde, zeigte sich die Bearbeiterin erstaunt, warum ich denn ein Praktikum machen wolle - sie hätte doch tolle Angebote, wo man auch richtig Geld verdienen könne. Aus "mal gucken" wurde dann "ja gern" und so hab ich am Donnerstag ein Vorstellungsgespräch in einer Maßnahme. Gärtnern im Kindergarten - klingt sehr nett. Ich freu mich schon sehr auf meine neue Arbeit.

Jo - soviel zu meinen Erlebnissen. Ich hoffe, ihr hattet eine ähnlich gute Zeit und wir lesen uns bald wieder öfters!

Entspannte Grüße,

Urs

Sonntag, 5. Juli 2009

Otherkin - ein Phänomen treibt seltsame Blüten

Lieber Leser!

Sicher bist auch du mittlerweile schon über das Phänomen Otherkin gestoßen, es ist ja mittlerweile ein omnipräsentes Thema, gerade in Magie- oder Heidenforen.

Falls du damit nix anfangen kannst, ist das auch kein Problem. Ich kann dir gern beschreiben, was ich darüber weiß. Allerdings muss ich dazu sagen, dass es sich vielleicht etwas von dem unterscheidet, was ein Anderer dazu sagen würde. Und vielleicht sehr viel von dem, was wiederum andere denken mögen. Du siehst also: alles zu Anfang gleich hübsch kompliziert :)

Also, meiner Auffassung nach sind Otherkin (aus dem Englischen, bedeutet "von anderer Art) Menschen, die in ihrem Körper eine Seele beherbergen, die nicht menschlich ist. Über die Umstände streitet man - ob es nun durch Inkarnation, Unfälle, oder etwas gänzlich anderes geschieht- entscheide selbst, was dir am plausibelsten erscheint.

Die "fremde" Seele kann so ziemlich alles sein: Tiere, ob nun bekannt, unbekannt oder längst ausgestorben - dies nennt sich übrigens Therianthrop (aus dem Griechischen und bedeutet "Tiermensch"), mythische Kreaturen, Humanoide - eigentlich so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann (oder eben auch nicht, hehe). Manche haben nur eine "andere" Seele in ihrem Körper, manche sogar mehrere. Bei einigen coexistiert eine menschliche Seele mit der "anderen" in einem Körper - dies nennt sich Contherianthrop. WalkIns werden Seelen genannt, die z. B. nach Unfällen oder ähnlichen Ereignissen einen menschlichen Körper besetzen.
Manche Otherkins "shiften" - sie verwandeln sich in das Wesen, dass ihnen innewohnt - bei Contherianthropen ist das durch die Coexistenz eher weniger (oder einfach weniger ausgeprägt) der Fall. Es gibt verschiedene Arten des Shiftings, aber ich glaub, damit will ich euch jetzt nicht noch zusätzlich verwirren. Nur so viel - meist bezeichnet ein Shift eine Verwandlung auf geistiger oder astraler Ebene. Über körperliche Verwandlungen wird sich oft gestritten.

Klingt alles sehr kompliziert, nicht wahr? Für Betroffene ist es auch nicht immer einfach. Sie sind meist Außenseiter und fühlen sich schon vor ihrer Bewusstwerdung irgendwie "anders" oder fehl am Platze, legen komische Verhaltensweisen an den Tag oder ähnliches. "Hey, das kenn ich! Das ist die Pubertät!" wirst du jetzt wahrscheinlich sagen. Ja, da hast du teilweise recht, lieber Leser - viele junge Leute versuchen ihre Pubertäts"beschwerden" damit zu erklären, dass sie eigentlich etwas anderes sind. Andere wiederum versuchen damit soziale oder körperliche Defizite zu kompensieren. Es ist nicht leicht, zu erkennen, wer wirklich ein Otherkin ist, und wer nicht. Erschwerend kommt hinzu, dass sich viele Aktivitäten der Otherkin im Internet abspielen, wo ja bekanntermaßen viele Spinner ihr Unwesen treiben oder Leute zwanghaft Anschluss suchen.
Aber zurück zu den Problemen eines Otherkin: irgendwann stolpern die meisten einmal über das, was sie sind. Das kann über Träume oder Meditation sein - manchmal gibt es sogar Leute, die das sehen können. Wie auch immer, meist ist das für die Betroffenen ein großer Schock. Es dauert oft lange, damit klarzukommen, dass man "etwas in sich drin hat", das man oft gar nicht haben möchte, aber das sich vehement und unkontrolliert bemerkbar macht. Oft mit unschönen Folgen für sich und sein Umfeld. Man zweifelt an sich, an seinem Verstand, eigentlich an allem. Es ist viel Arbeit, sich zu akzeptieren wie man ist. Viel. Vielviel. Etwas leichter wird es, wenn man sich mit anderen Kins unterhalten kann und dabei erfährt, dass man weder bekloppt noch ein Monster oder sonstwas ist. Einfach nur anders. Und gut, wie man ist. Man lernt sich selbst kennen, akzeptieren und optimalerweise auch lieben.

Dann gibt es Leute, die scheinen diese Probleme überhaupt nicht zu kennen und sonnen sich so recht in ihrer Andersartigkeit: "Hui, ich bin ein böser Wolf! Ich muss mich nicht benehmen, ich bin ja ein Raubtier!" oder "Ich bin ein Vampir, finde es sehr geil und für mich ist es völlig normal, Leuten Energie abzuziehen oder sie zu beeinflussen" - manche reden gerade so als wären sie selbst die Krone der Schöpfung und der Rest der Menschen eh nix als schwache Opfer, blind, dumm und überhaupt. Andere vereinen ganze Heerscharen von interessanten Seelen in sich: Hui, ich bin ein EngelVampirWolfsDrachen! WIE, lieber Leser? Du hast nicht mindestens 5 tolle Seelen in dir??? Dann muss ich sagen, bin ich schwer enttäuscht und ziehe es jetzt vor...
Kleiner Scherz, natürlich nicht. Für dieses "Phänomen" gibt es im Englischen einen lustigen Begriff: elvenprincessyndrome - Elfenprinzessin-Syndrom. Animal hording mal anders *lach*.

Wenn man über längere Zeit mit diesen Leuten zusammen ist, bekommt man manchmal das Gefühl, ohne ausgeprägte telepathische Kräfte, die 100ste Inkarnation oder die megatollste Waffe könnte man einpacken. Oder einen Behindertenausweis beantragen, wenn man nicht jeden Tag mindestens 10 mal täglich die Astralebene bereist.

Meinen Erfahrungswerten nach, sind die wenigsten, die es von sich behaupten, wirklich Kins. Ich kann Außenstehende verstehen, die an der Sache aus Prinzip zweifeln. Es ist einfach nicht greifbar und viel zu viele Leute erzählen viel zu viel Unsinn. Ich bin selbst manchmal einfach nur noch schockiert und genervt.

Und trotzdem, ich glaube - nein, ich weiß - es gibt sie. Es sind nicht die, die im Forum die buntesten Blinkies haben, es sind auch nicht die, die im Forum die größte Klappe haben und die tollsten Dinge behaupten. Es sind meist die, die eher ruhig sind, aber von denen man merkt, dass sie einfach was aufm Kasten haben. Es sind nicht die, die öffentlich sagen: Ich find mich geil! Nein. Es sind die, die dir im Privaten sagen: Ja, endlich mag ich mich. Natürlich kann man das nicht verallgemeinern, jeder geht anders damit um. Aber ich denke, ihr wisst, was ich damit sagen will.

Und in diesem Sinne möchte ich zitieren:

"Man sieht nur mit dem Herzen gut - das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar"

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag Abend!

LG, Urs

Freitag, 3. Juli 2009

Schnupper-Verschwörung, Klappe die 2.

"Die Katze lässt das Mausen nicht" - so heißt es so schön im Volksmund. Genausowenig wie anscheinend Mitmieter, die wahrscheinlich ein sehr eintöniges Leben führen, das Lästern sein lassen können.

Konnten wir noch vor ein paar Monaten die Augen verdrehen und drüber schmunzeln, hat es jetzt neue, verrückte - und im wahrsten Sinne des Wortes bedrohliche Formen angenommen, die wir nicht mehr witzig finden können.

Vor einigen Wochen - just da, als ich meinen allerersten Abend ohne Kind verbringen durfte, klingelte unsere "heiß geliebte" Mitmieterin am späten Abend, um sich - mal wieder- über den Geruch zu beschweren und mit der Polizei zu drohen. Als ich davon erfuhr, ist mir der Kragen geplatzt, zumal das Kind nach dieser Störung nicht mehr ins Bett zu kriegen war und Papa bis in die frühen Morgenstunden nicht zur Ruhe kam, und ich wollte die gute Frau zur Rede stellen. Da ich nicht mehr ganz nüchtern war, hab ich es lieber bleiben lassen. Man weiß ja nie, was sich die gute Frau darauf wieder für einen Reim macht.

Die Gelegenheit bot sich dann ein paar Tage später im Hausflur. Ich bat sie freundlich, aber bestimmt, die abendlichen Belästigungen zu unterlassen und bitte bei der nächsten Geruchsbelästigung sofort die Polizei zu rufen, statt meine Familie aus dem Bett zu reißen. Daraufhin war zum ersten Mal ihr sonst so schleimig-freundlicher Ton weg und sie wurde recht unfreundlich. Sie arme Person könne ja durch den Gestank auch nicht schlafen. Als ich daraufhin bemerkte, wir könnten ihr da auch nicht helfen, ging sie grummelnd die Treppen nach oben. Die Geschichte hatte auch glatt ein Nachspiel:

Als ich ein paar Tage später nix ahnend am Spiegel stand (in Hörweite unserer Wohnungstür), hörte ich folgende Satzfetzen: "... die da drüben... die räuchern aus religiösen Gründen, das hat mir die olle Zicke da selbst erzählt...."
Na ja, eigentlich hätte ich nicht übel Lust gehabt, die Tür aufzureißen und zu fragen, welche Religion die dumme Zicke denn hätte. Aber das hätte so ausgesehen, als hätte ich an der Tür gelauscht. Gut, zugegeben, daraufhin hab ich das dann auch. Es kam dann noch was wie: "... und was man immer für Schreie aus der Wohnung hört... Hilfe, hör auf und so..." Jo, hört man. Das nennt sich "Spielen" und "Maßregelung", wenn der Sprössling zu grob wird und sollte eigentlich in jeder Familie mit Kindern normal sein. Daraufhin habe ich mich bei der Hausverwaltung beschwert, die aber vorgezogen hat, sich nicht einzumischen und dann die Mieterberatung konsultiert. Der Berater stellte sich als netter Anwalt heraus, der mir gleich seine Addresse und Nummer gab. Zum Glück, wie sich letzten Dienstag herausstellte:

Mein Freund war kurz zum Spätkauf gegangen und kam wutentbrannt wieder in die Wohnung gestürmt. Er erzählte mir, der Sohn der Frau über uns hatte ihm gedroht, wenn der Gestank nicht bald aufhören sollte, würde was passieren. Als mein Freund ihm (zum gefühlt 100ten Mal) sagte, dass es nicht von uns käme und sie sich bitte an die Polizei wenden sollen, packte der Kerl meinen Freund am Kragen und drohte ihm nochmals. Ich dachte, ich hör nicht richtig. Na ja, da ich so friedlich und sanft wie eine Gazelle bin - na ja, oder wie auch immer die grauen Tiere mit den Hörnern auf der Nase heißen - wollte ich sofort hoch, um die beiden zur Rede zu stellen. Wir sind unter erwachsenen Leuten und das ist ja wohl kein Grund (na ja, für manche scheinbar schon), zu solchen Mafia-Methoden zu greifen. Wir riefen einen Freund an, der als Zeuge fungieren sollte (ich werd den Teufel tun, da ohne Zeugen hochzugehen) und ich klingelte oben. Obwohl man Hundegejaule und Stimmen hörte, machte keiner auf. Al Capone versteckte sich anscheinend bei seiner Mama. Später sahen wir, dass sogar das Licht brannte. Ohne Worte.

Heut hatten wir endlich unseren lang ersehnten Anwaltstermin. Ragnar hats in der Kanzlei total Spaß gemacht, der Anwalt ließ ihn auf dem Tisch sitzen, malen und ins Diktiergerät sprechen. Unser Anliegen wurde natürlich auch besprochen - sehr erfolgreich, wenn für mich auch ungewohnt - der Mann erwartete Sachlichkeit, was für mich in so einer Situation sehr schwer ist. Aber es hat letztendlich doch noch geklappt und die Frau bekommt demnächst Post mit den Dingen, die sie in Zukunft zu unterlassen hat. Ich bin schon sehr gespannt und ehrlich gesagt auch etwas schadenfroh. Wie gern hätt ich den Brief persönlich überbracht, schön mit Geschenkpapier und Schleifchen, sowie Kamera im Anschlag :-D

Geht natürlich leider nicht und so kann ich nur warten, ob irgendwann nochmal eine Rückmeldung kommt. Ich hoffe nicht, ansonsten heißt es wohl wieder "Wir begrüßen Sie herzlich zum nächsten Teil der großen Schnupper-Verschwörung!"

Liebe Grüße,

Urs