Freitag, 15. Mai 2009

Bei kleinen Wikingern zu Tisch

Bei uns ist eigentlich immer was los - das Leben gibt sich Mühe, uns immer wieder aufs Neue zu überraschen. Gegen die Flausen eines fast 2-Jährigen ist das Leben allerdings fast schon herzlich unkreativ.

Eins von Ragnars Hauptfächern ist momentan Physik. Wie verhält sich Milch, wenn ich sie aus meinem Becher in einen Duplostein und danach in die Tischdeko kippe? Und vor Allem - wie verhält sich Mama, wenn sie die Bescherung sieht? Warum wird die Milch von Behälter zu Behälter immer weniger? Und wieviel Zewa braucht man, um das Chaos wieder zu beseitigen?

Nebenbei belegt er auch gerade einen Kurs in Verhaltensforschung. Sein beliebtestes Forschungslabor ist der Abendbrottisch. Die Zeit, in der er friedlich und niedlich vor seinem Tellerchen saß, ist wohl erstmal für ne Weile vorbei. Seit ein paar Tagen ist Grenzen austesten angesagt. Was macht Mama, wenn ich den ungeliebten Kartoffelbrei an ihrem Arm abschmiere? Oder einfach mal den Teller umdrehe?
Dass Ragnar ein nörgeliger Esser ist, ist uns schon recht früh klargeworden. Aber was tun mit einem Kind, das jegliches unliebsames Gemüse vom Teller fegt und lauthals nach "FEISCH!" "FEISCH!!!" verlangt? Immerhin weiß ich jetzt, dass er schon kleine Sätze sagen kann: "Nein, keine Bohnen!"

Gestern abend ist mir dann der Kragen geplatzt. Es muss gewesen sein, nachdem er jegliche normale Unterhaltung mit "Ja. JA! JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!"- Geschrei boykottiert hat und dann auch noch aufstand, so wild auf der Couch herumrannte, dass uns teilweise das Essen im Hals stecken geblieben ist und er mir auf meine Ermahnung die Zunge rausstreckte. Mama lässt sich viel gefallen. Aber das war dann eindeutig zu viel. Es gab ein Donnerwetter und der kleine König wurde in seinen Thron gesteckt, wo er dann auch anstandslos blieb, bis alle aufgegessen hatten. Ja Wahnsinn. Ich hoffe nur, diese Phase hält nicht allzu lang an.

Ansonsten hilft da wohl nur, das Katastrophengebiet weiträumig abzudecken und darauf zu hoffen, dass der Glatzenmann aus der Putzmittelwerbung wirklich alles wieder sauber kriegt. Und Schokolade. Für Mamas Nerven versteht sich ;-)

Liebe Grüße,

Urs

Kommentare:

  1. Ui bei dir ist ja ordentlich was los :D
    Kleine Kinder haben ja anscheinend Energie ohne Ende^^
    Aber es scheint ja was gebracht zu haben, dass du dann mal etwas strenger warst...Ich wünsch dir viel Geduld und Nerven für diese Phase ;)

    Lg
    Neith

    AntwortenLöschen
  2. Oh ja, die Trotzphase mit 2 Jahren. Die kenne ich auch gut. Aber tröste dich, auch die geht vorüber und wird von diversen anderen Trotzphasen abgelöst.

    Am schönsten ist dann die etwas länger anhaltende, auch Pubertät genannt.

    AntwortenLöschen
  3. Oh, ja, Erinnerungen werden wach an gewisse Feldversuche in Sachen Verhaltensforschung.

    Aber wie Hexe sagt, das geht vorüber...oder die Versuche ändern sich.

    Wenigsten schmieren die lieben Kinder einem in der Pubertät nicht mehr mit Essen ein. Dafür werden dann Biotope auf Porzellan in den eigenen vier Wänden gezüchtet...

    AntwortenLöschen
  4. Huhu, Sue, ich werf' dir mal ein Stöckchen an den Kopf.

    AntwortenLöschen
  5. Kleiner Tipp von einer Oma: Mein Sohn reagiert bei seiner Tochter in heftigen Fällen mit "Time out". Er bringt sie, wenn alle Ermahnung nicht mehr nützt in ihr Zimmer. Die Tür bleibt offen, aber das Sicherheitsgitter ist dazwischen, so dass sie zwar rausschauen kann, aber nicht rausrennen.
    Nach einer Weile ruft sie dann und ist wieder friedlich.
    Lieben Gruß
    Lidania

    AntwortenLöschen